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Im Jahr 2004 beging ich ein Jubiläum: vor 25 Jahren, 1979, hatte ich
angefangen, systemisch zu arbeiten. Damals begann ich in Siegen zusammen mit Johann
Schweißgut, den "Mailänder Ansatz" der Gruppe um Selvini-Pallazzoli zu
kopieren. (Wir arbeiteten bis 1993 zusammen.)
Praktische ( und - wie sich später auch herausstellte - theoretische)
Schwächen der Methode machten es schon bald notwendig, Modifikationen durchzuführen. So
gehörten wir zu den ersten in Deutschland, die die Mehrgenerationenbetrachtung und die
Arbeit mit Genogrammen einführten. Obwohl dies zunächst von den Experten kritisch bis
abfällig betrachtet wurde, gehört beides heute zum Allgemeingut systemischer Arbeit.
Eine weitere Komponente, die wir als erste in die systemische Arbeit einführten - schon
vor 1985- war die Beschreibung der unterschiedlichen sozialen Identifikationen in der
Familiengeschichte und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der Person. Die mit diesem
Vorgehen gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen machten es notwendig, das theoretische
Systemmodell der ursprünglichen Familientherapie weiter zu entwickeln.
Aus einem großen Erfahrungsschatz in der Analyse von Familiensystemen und der
Weiterentwicklung des theoretischen Ansatzes ist heute die systemische
Persönlichkeitsanalyse (SPA) geworden. Ihr liegt ein dialektisches System- und
Erkenntnismodell zugrunde.
Seit 1982 führen wir Aus- und Weiterbildungen in Systemischer Familientherapie durch.
Dabei haben wir uns immer Bestrebungen widersetzt, den Systemischen Ansatz elitär zu
verwerten. Im Gegenteil hielten und halten wir es für notwendig, ihn für die ganze
Bandbreite sozialer und therapeutischer Arbeit verfügbar zu machen. Insbesondere haben
wir uns den Versuchen widersetzt, Fort- und Weiterbildungen in ein Korsett zu zwingen, das
Neuerungen und notwendige Anpassungen aufgrund des Erhalts eines elitären Status nicht
zulässt. Wir verstehen uns in Therapie, Beratung und Fortbildung selbst als Lernende.
Jeder Teilnehmer - und es sind inzwischen viele Tausende gewesen- hat etwas zu der
Entwicklung unserer Theorie und Praxis beigetragen. Ohne das Handeln und die Erfahrungen
unserer Teilnehmer könnten wir nicht da sein, wo wir sind. Wir bemühen uns, in unseren
Seminaren so viel wie möglich davon weiterzugeben. Wir wissen aber auch, dass es immer
nur Anregungen sein können, und dass jeder seinen eigenen Weg in der therapeutischen und
sozialen Arbeit finden
Eine Therapie- oder Beraterausbildung bei uns heute absolvieren heißt:
- Grundlagen vermittelt zu bekommen, die
selbstgemachten Erfahrungen neu auszuwerten,
- neue Planungs-, Gesprächs- und
Verhaltensstrategien unter Einbeziehung
bisher gemachter Erfahrungen zu entwickeln,
- Erfahrungen und Strategien anderer für die eigene
Arbeit verfügbar zu haben und damit die eigene
Arbeit
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