Psychiatrische Störungen und Psychopharmaka in der Betreuung
von Menschen mit Behinderungen


Immer mehr Menschen mit Behinderung haben eine psychiatrische Diagnose – immer häufi-ger und in immer höheren Dosen werden Psychopharmaka vergeben. Betreuer von Menschen mit geistiger oder seelischer Behinderung sind mit dem Problem konfrontiert, wie sie mit der psychiatrischen Vorgeschichte ihrer Klienten im Alltag umgehen sollen. Welche Bedeutung haben die Diagnosen für die Arbeit, welche Entwicklungsperspektive kann man für die Person daraus ableiten, welchen Sinn und welche Risiken bzw. Nachteile hat eine Dauermedikation mit Psychopharmaka? Welche Chancen gibt es, die Medikamentenvergabe zu reduzieren? Aus Unsicherheit neigen manche Betreuer dazu, die Entscheidungen über die Zukunft des Menschen ganz der Psychiatrie zu überlassen.

Wir wollen mit unserem Seminar dazu beitragen, die Sicherheit und Kompetenz bei der Einordnung psychiatrischer Diagnosen und medikamentöser Therapien in den Betreuungsprozess zu erhöhen. U.a. werden die folgenden Themenbereiche behandelt:

• Wie denkt die Psychiatrie – wo kann sie im Betreuungsalltag helfen und wo nicht?
• Die Bedeutung der psychiatrischen Diagnosen
• Welche Medikamente werden wann vergeben?
• Wie wirken die Medikamente und welche Langzeitwirkungen haben sie?
• Brauchen die Klienten eine Dauermedikation?
• Was ist bei der Reduzierung bzw. Absetzung von Medikamenten zu beachten?
• Hinweise zur Zusammenarbeit mit der Psychiatrie
• Möglichkeiten und Grenzen psychiatrischer Interventionen

Die Referentin, Frau Dr. Meyer zu Wendischhoff, ist Fachärztin für Psychiatrie und systemische Familientherapeutin. Aufgrund ihrer langjährigen Praxiserfahrung ist sie besonders um eine sinnvolle und offene Zusammenarbeit aller Fachpersonen zum Wohl des Patien-ten/Klienten bemüht. Es ist erwünscht, dass die Teilnehmer Unterlagen über einzelne Fälle mitbringen.