Einschätzung der Behinderung oder Störung in der WfbM
als Grundlage der beruflichen Bildung, Förder- und Betreuungsplanung

(Systemisch-pädagogische Diagnostik)


Sie (die WfbM) hat denjenigen behinderten Menschen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können, 1. eine angemessene berufliche Bildung und eine Beschäftigung zu einem ihrer Leistung angemessenen Arbeitsentgelt aus dem Arbeitsergebnis anzubieten und 2. zu ermöglichen, ihre Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen und dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.“ (aus § 136 SGB 9) Die Diagnosen, mit denen Menschen mit Behinderung in der WfbM aufgenommen werden, dienen meist einer Kostenregelung, sind aber für eine individuelle Förder- und Betreuungsplanung wie sie der zitierte Paragraf des SGB 9 fordert in der Regel unzureichend. Um Menschen mit einer geistigen oder psychischen Behinderung dabei zu unterstützen, sich persönlich weiter zu entwickeln, reicht eine Beschreibung ihrer Defizite oder auch eine psychiatrische Diagnose nicht aus. In der Regel beziehen sich die Diagnosen auf die äußere Erscheinung sie geben kein Bild der Person und ihrer Entwicklungsmöglichkeiten ab. Genau das brauchen wir aber für die Betreuung und Förderung in der Werkstatt. In dem Seminar werden wir darstellen, in welchen Phasen der Persönlichkeitsentwicklung Behinderungen oder psychische Krankheiten entstehen können und was die Ursachen sind. Aus diesen Erkenntnissen werden wir ableiten, welche Entwicklungschancen es gibt und wie man die Betreuung anlegen muss, damit man diese Chancen nutzen kann. Werkstätten brauchen für die Diagnostik ein eigenes Know-how unter Nutzung ihrer organisatorischen Möglichkeiten. Wir werden eine Umsetzungssystematik darstellen, in der dem Berufsbildungsbereich und der Zusammenarbeit zwischen den sozialen Dienste und den Gruppenleitern die zentrale Rolle zukommt. An dem Seminar können Gruppenleiter und soziale Dienste ebenso teilnehmen wie für die Organisation verantwortliche Personen. Das Seminar ist praxisorientiert. Es ist erwünscht, dass die TeilnehmerInnen Informationen über von ihnen betreute Fälle einbringen.