Angst und Angststörungen
Theoretische Grundlagen – Zugänge in
Beratung und Betreuung


Angst ist der entscheidende Motor der meisten Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und der meisten psychischen Krankheiten bei erwachsenen Menschen. Dabei ist Angst ursprünglich eine für das Überleben sinnvolle instinktive Reaktion. Im Laufe der Lebensgeschichte oder sogar über mehrer Generationen hinweg kann sie jedoch genau zum Gegenteil führen und damit die Lebensmöglichkeiten zum Teil extrem reduzieren. Im Einzelfall die Ursachen der Angst zu finden und damit adäquat auf die Störung zu reagieren, braucht gute Kenntnisse und Erfahrungen. In diesem Seminar werden wir darstellen, wie Angst zu einer „Angststörung“ wird und damit die weitere Entwicklung der Persönlichkeit hemmen oder blockieren kann. Wir werden eine Systematik entwickeln, mit der man Angststörungen unterscheiden kann. Daraus werden wir unterschiedliche Möglichkeiten für den Umgang mit den Angststörungen ableiten – besonders für den Alltag in der sozialen und pädagogischen Arbeit. Wir sind der Überzeugung, dass man Ängste nicht nur mit „therapeutischen“ Mitteln und erst recht nicht nur mit Psychopharmaka behandeln kann sondern dass man die Lösungen in der Gestaltung des Alltagslebens finden muss.Die folgenden Themenpunkte werden u.a. in dem Seminar angesprochen:

Persönlichkeitsentwicklung und Angst
• Angststörungen

Die Entstehung von Störungen in der Person
• Angststörungen werden häufig unterschätzt
• Fehlende Bindungssicherheit in der Kindheit
• „Entscheidungskonflikte“ in der Adoleszenz und bei Erwachsenen
• Ursachen spezieller Angstsymptome (z.B. „Platzangst“)

Umgang mit Angststörungen
Unterschiede in der Arbeit mit Kindern und erwachsenen Menschen
• Auffinden der Ursachen von Angst
• Interventionsstrategien bei verschiedenen Angsttypen
• Wann ist eine „Therapie“ sinnvoll – die Grenzen der Verhaltentherapie
• Der Einsatz von Medikamenten bei Angststörungen

Das Seminar wendet sich an alle Personen, die in ihrem beruflichen Alltag mit Menschen zusammen arbeiten, die unter Angststörungen leiden. Die TeilnehmerInnen sollten ihre Erfahrung im Umgang mit Angstklienten in das Seminar einbringen.