Berichte schreiben in der Jugendhilfe


Berichte schreiben ist für viele ein lästiges Übel, dem man sich nur ungern stellt. Wir wollen mit diesem Seminar die Schreiber dafür qualifizieren, Berichte systematisch und hochwertig zu erstellen. Ein Bericht hat eine doppelte Funktion: Erstens dient er dem Informationsaustausch der an einem Fall beteiligten Instanzen und Personen. Dabei hat er die Aufgabe, einen Auftrag zu definieren bzw. dessen Umsetzung zu beschreiben. Zweitens dient der Bericht dazu, die eigene Arbeit (bzw. die Arbeit des Teams) zu reflektieren und sich über die Vorgehensweise und Ergebnisse Rechenschaft abzulegen und dies in Worte zu fassen. Aus unserer Sicht hat der Bericht eine zentrale Bedeutung für die eigene und für die Fremdbewertung der Arbeit mit einem Klienten. In der sozialen Arbeit beschäftigen sich immer einzelne Menschen mit einzelnen Menschen, d.h. alle Beteiligten sind Individuen, die sich von allen anderen unterscheiden. Die Betreuung (Erziehung) eines Kindes oder Jugendlichen ist deshalb nie eine „Serienanfertigung“, sondern sie enthält im Kern immer unverwechselbare persönliche Anteile. Diese müssen im Bericht enthalten sein, wenn man darin die Einzigartigkeit des Kindes (Jugendlichen) erkennen soll und wenn man die Besonderheit des Engagements der Betreuungspersonen wertschätzen will. Aus diesem Grunde darf ein Bericht nicht auf eine Problembeschreibung reduziert sein.

In unserem Seminar werden wir zunächst eine Grundstruktur für Berichte darstellen und dann erarbeiten, wie man diese systematisch mit Inhalten auffüllt. Themen u.a.:

• Grundstruktur des Berichts in der Jugendhilfe
• Das Bild der Person (des Kindes)
• Das Kind im Elternkontext (Versorgungsbeziehung und Identifikationsbeziehung)
• Diagnose – die Störung im Verhältnis zur Besonderheit der Person
• Bindungsentwicklung – Entwicklung der Beziehungsfähigkeit
• Maßnahmen zur Entwicklung der Identifikationsbeziehung
• Was sind die maximal erreichbaren Ziele?
• Mit wem und mit welchen Aufwand sind die Ziele erreichbar?

Das Seminar wendet sich sowohl an Auftraggeber (Jugendämter) als auch an Anbieter in der
Jugendhilfe.