Aggressionen bei Kindern und Jugendlichen als Folge unzureichender Bindung
Problemlösungen in der öffentlichen Erziehung


Aggressives Verhalten hat in den letzten Jahren bei Kindern und Jugendlichen an Häufigkeit und vor allem an Intensität erheblich zugenommen. Dabei ist zu beobachten, dass auch schon von jüngeren Kindern immer mehr Grenzen und Tabus überschritten werden. Auf der Suche für die Ursachen des aggressiven Verhaltens stößt man immer wieder auf das Phänomen, dass die Kinder in ihrer Lebensgeschichte keine ausreichenden Bindungen zu erwachsenen Personen entwickeln konnten, entweder weil ihre Bezugspersonen selbst überfordert waren oder weil sie zu hohe Anforderungen an das Kind stellten. Institutionen wie Kindergarten und Schule verstärken die Probleme noch, indem sie auch gegenüber Kindern, die in ihrer emotionalen Entwicklung zurückgeblieben sind, den Anspruch altersgemäßer „Normalität“ erheben. Damit erzeugen sie Überforderung und als deren Folge Aggressionen. Auch in den meisten Einrichtungen der Jugendhilfe gilt: Ein 16-jähriger Jugendlicher muss auch wie ein 16-jähriger behandelt werden – auch wenn er emotional den Entwicklungsstand eines 8-jährigen hat. Aus der Ignorierung der tatsächlichen persönlichen Reife des Kindes resultiert eine Überforderung, die entweder inneren Rückzug oder aber Aggressionen erzeugt. In diesem Seminar werden wir alternative Lösungsstrategien vorstellen, dazu werden wir zunächst theoretisch darstellen, welches die wesentliche Faktoren für eine gesunde psychische Entwicklung des Kindes sind und an welches Stelle welche Störungen entstehen können, wenn notwendige Entwicklungsbedingungen nicht gegeben sind. Daraus werden wir ableiten, wie Aggressionen beim Kind entstehen und wie sie zu verhindern sind.

Weiterhin werden wir dann die folgenden Themen behandeln:

  • Erkennen und definieren des emotionalen Entwicklungsstandes
  • „Anbindung“ des Kindes an die Betreuungsperson
  • Grenzsetzung – „warme Struktur“ vs. „kalte“
  • Einschätzung der möglichen Anforderungen an das Kind
  • Das Verhältnis von Nähe und Distanz zwischen Kind und Betreuungsperson
  • Transparenz und Zusammenarbeit im Team
  • Einbeziehung von Schule und anderen Institutionen
  • Einschätzung des Bindungsverhaltens der Eltern und notwendige Schritte in der
  • Elternarbeit

Es ist erwünscht, dass die TeilnehmerInnen Informationen über von Ihnen betreute Fälle einbringen.

Referent: Gunnar Johnson, Soziologe M.A. und Systemischer Berater
Termin: 08.-09.12.2022, 1. Tag 10 – 17 Uhr / 2. Tag 9 – 16 Uhr
09.-10.03.2023, 1. Tag 10 – 17 Uhr / 2. Tag 9 – 16 Uhr
Kosten: 250€ (Ab 01.01.2023 270€)

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