Bindungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen


Die meisten Entwicklungs- und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen sind darauf zurückzuführen, dass ihr familiäres und/oder erweitertes soziales Umfeld keine angemessenen Lebensbedingungen anbietet. Immer häufiger sind in diesem Zusammenhang Auffälligkeiten bei Kindern zu beobachten, die auf frühe Bindungsstörungen zurückzuführen sind. Sie treten in Form von starken Aggressionen gegen Personen und Sachen, Ängstlichkeit (insbesondere nachts) und der Unfähigkeit, stabile Beziehungen einzugehen, auf. Die Kinder sind unkonzentriert und weder bereit noch in der Lage, sich an Regeln und Strukturen zu halten. Oft wird bei diesen Kindern auch (fälschlicherweise) „ADS“ diagnostiziert. Die frühen Bindungsstörungen entstehen daraus, dass die Kinder in ihren ersten Lebensjahren keine „sichere Bindung“ zu einer erwachsenen Person herstellen konnten, so dass ihnen so etwas wie „Urvertrauen“ fehlt. Damit fehlt ihnen die Basis für die Entwicklung einer stabilen selbstbewussten Persönlichkeit. Frühe Bindungsstörungen lassen sich später nicht gänzlich beheben, allerdings kann man sie meistens soweit kompensieren, dass die Kinder als erwachsene Personen ein eigenständiges Leben führen können. Nach unserer Erfahrung ist dazu in der Regel allerdings ein grundlegendes Umdenken in der erzieherischen Arbeit der Jugendhilfe erforderlich. Anstelle der über viele Jahre vermittelten „Diskussion auf gleicher Augenhöhe“ als ultima ratio der Professionalität tritt nunmehr die Vermittlung von Sicherheit; Nähe und Geborgenheit mit „vorsprachlichen“ Kontakt- und Kommunikationsformen In diesem Seminar werden wir Wege dazu aufzeigen.

Wir werden u.a. die folgenden Themen behandeln:

  • „Sichere Bindung“ und ihre Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung
  • Elemente einer „sicheren Bindung“
  • Typische Folgesymptome einer Bindungsstörung
  • Kontaktaufnahme mit einem bindungsgestörten Kind/Jugendlichen
  • Nähe, Kontinuität und „sichere Bindung“ herstellen
  • Grenzen setzen und Regeln einführen
  • Strategien in der Elternarbeit bei Bindungsstörungen (Identitätsbeziehung zu den Eltern entwickeln)
  • Gestaltung des institutionellen Rahmens

Es ist erwünscht, dass die TeilnehmerInnen Informationen über von ihnen betreute Fälle einbringen.

Referent*in: Alexander Eck, Systemischer Berater und Supervisor
Jana Johnson, Psychologin M.Sc. und Dipl.-Sozialpädagogin
Termin: 05.-06.12.2022, 1. Tag 10 – 17 Uhr / 2. Tag 9 – 16 Uhr
23.-24.01.2023, 1. Tag 10 – 17 Uhr / 2. Tag 9 – 16 Uhr (Seminarort: Hannover)
15.-16.05.2023, 1. Tag 10 – 17 Uhr / 2. Tag 9 – 16 Uhr
Kosten: 250€ (ab 01.01.2023 270€)