„Borderlinestörungen“ bei Mädchen und jungen Frauen


Vor einigen Jahren war es eine regelrechte Epidemie: immer mehr Mädchen übten sich im „Anritzen“, auch solche, die in ihrem sonstigen Verhalten wenig gestört wirkten. Diese Situation hat sich heute weitgehend beruhigt. Allerdings finden wir das „Anritzen“ oder ähnliche Phänomene bei jugendlichen Mädchen mit sozial-emotionalen Störungen immer noch sehr häufig (bei Jungen dagegen äußerst selten). In der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist das „Anritzen“ ebenfalls ein wesentliches Merkmal zur Vergabe der der Diagnose „Borderline“. Im betreuerischen Alltag gibt diese Diagnose allerdings oft mehr Rätsel auf als sie Lösungswege bereit stellt. In unserem Seminar wollen wir deshalb entschlüsseln, was hinter den Phänomenen steckt, die als „Borderline“ bezeichnet werden. Darauf aufbauend werden wir Betreuungsstrategien darstellen, die das Mädchen dabei unterstützen, seine Persönlichkeit krisenfrei und erfolgreich weiter zu entwickeln.

Wir werden in dem Seminar die folgenden Themen bearbeiten:

  • Wie kommt es zur Diagnose „Borderline“?
  • Die Pubertät als Phase des Schritts in eine eigenständige Identität – die Entwicklung des „Selbst“ – Grundlagen der Identitätsentwicklung
  • Warum tritt „Anritzen“ gerade bei Mädchen in der Pubertät auf?
  • Störungen in der Identitätsentwicklung – das „Schneewittchenproblem“
  • Die Bedeutung der Ursprungsfamilie(n)
  • Wie sich die Identitätsstörung über mehrere Generationen aufbaut
  • Wie kann man eine Bindung/Beziehung zu dem Mädchen entwickeln, was muss man beachten?
  • Zusammenarbeit mit der Familie
  • Umgang mit der „Vermutung sexuellen Missbrauchs“
  • Das Verhältnis von Therapie und Betreuung

Das Seminar wendet sich an alle Personen, die in Jugendhilfe, Therapie oder Psychiatrie mit der Problematik konfrontiert sind.

Referentin: Jana Johnson, Psychologin M.Sc. und Dipl.-Sozialpädagogin
Termin: 17.-18.04.2023, 1. Tag 10 – 17 Uhr / 2. Tag 9 – 16 Uhr
Kosten: 270€