Kinder und Jugendliche mit
Migrationshintergrund in der Schule


Ziel der sozialen und pädagogischen Arbeit ist es, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen so zu unterstützen, dass sie als erwachsene Personen eigenständig und konstruktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Der erwachsene Mensch soll sich „selbstbewusst“ und „selbstbestimmt“ in der Gesellschaft bewegen können. Diese Fähigkeiten können wir nicht einfach antrainieren – sie basieren darauf, dass sich die Person auf etwas beziehen kann, das sie von vornherein mitbringt: eine „werthaltige Geschichte“ aus dem familiären Hintergrund.

Für die Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ergibt sich daraus eine vielfältige Problematik. Wenn die „Geschichte“ ihrer Familie überhaupt verfügbar und beschrieben ist, wird sie oft negativ bewertet, bzw. sie „passt nicht“ zum Leben in Deutschland. Die Basis zur Entwicklung von Selbstbewusstsein und die Möglichkeit zur Selbstbestimmung ist instabil. Infolgedessen ist die Person unsicher, sie reagiert mit Stress oder Rückzug, Kontakt- und Integrationsfähigkeit bleibt unterentwickelt oder geht verloren.
Integration in unsere Gesellschaft braucht das Selbstbewusstsein der Person.

Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen (und deren Familien) mit Migrationshintergrund erfordert deshalb einen zusätzlichen Aufwand. Es gilt, ihnen nicht nur die „deutschen“ Sozial- und Kulturtechniken zu vermitteln, sondern die von ihren Familien mitgebrachten Lebenserfahrungen zu erkunden, zu formulieren und eine Brücke zwischen der alten und der neuen Lebenswelt zu bauen.

In unserem Seminar werden wir darstellen, wie man eine dementsprechende Betreuung und deren Umsetzung im Unterricht planen und durchführen kann. Wir werden dabei die Lebensweisen und Wertvorstellungen unterschiedlicher Kulturkreise beschreiben und wie es gelingen kann, diese mit dem Leben in Deutschland zu verbinden.

Das Seminar wendet sich an Lehrerinnen und Lehrer sowie an Schulsozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter.
Es ist erwünscht, dass die TeilnehmerInnen ihre Erfahrungen und ggf. Fallbeispiele einbringen.

Referentin: Julia Horch, Systemische Beraterin und Supervisorin
Termin: 20.-21.04.2023, 1. Tag 10 – 17 Uhr / 2. Tag 9 – 16 Uhr
Kosten: 270€