Kinder depressiver Mütter Betreuung im Rahmen der Jugendhilfe


Depressionen haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Durch die Corona-Pandemie ist diese Entwicklung noch weiter verstärkt worden. Bei Kindern, die im Rahmen einer Jugendhilfemaßnahme betreut werden, tritt eine Reihe von Symptomen auf, die auf die Konfrontation mit den elterlichen Depressionen zurückzuführen sind. In der Praxis fällt auf, dass diese Reaktionen besonders intensiv sind, wenn die Mutter depressiv ist. Die Symptome haben eine große Bandbreite: häufig übernehmen die Kinder selbst die depressiven Muster, meist sind sie mit sozialen Kontakten überfordert und reagieren mit Rückzug oder auch Aggression. Schon bei kleinen Kindern fällt auf, dass sie sich Sorgen um das Überleben der Mutter machen, und auch dann treten die Überforderungssymptome auf. Das Generationenverhältnis steht quasi auf dem Kopf. In der Fremdunterbringung suchen die Kinder regelrecht nach Personen mit depressiven Mustern – auch hier versuchen sie, Verantwortung zu übernehmen und überfordern sich damit. Für die Betreuung von Kindern mit dem beschriebenen Hintergrund ergeben sich daraus besondere Anforderungen. Im Kontakt mit dem Kind gilt es, die Generationentrennung herzustellen und zu wahren: der Erwachsene ist erwachsen und das Kind ist Kind! Damit diese Generationentrennung auch in der Familie stattfindet, ist eine intensive Zusammenarbeit mit der Familie und insbesondere auch mit der Mutter erforderlich. Die besondere Anforderung besteht darin, die Mutter zu unterstützen, ohne ihr im Zuge der nach wie vor existierenden gesellschaftlichen „Muttermoral“ die Schuld für die Probleme des Kindes zu unterstellen. In unserem Seminar werden wir zunächst den Hintergrund von Depressionen einschätzen und welche Probleme sich daraus speziell für die „Mutterrolle“ ergeben. Darauf aufbauend werden wir die Systematik sowohl im Umgang mit den Kindern als auch im Umgang mit den Müttern bzw. den Familien darstellen. Das Seminar ist praxisorientiert. Es ist erwünscht, dass Die TeilnehmerInnen ihre Erfahrungen und Fälle einbringen.

Referentin: Jana Johnson, Psychologin M.Sc. und Dipl.-Sozialpädagogin
Termin: 27.-28.02.2023, 1. Tag 10 – 17 Uhr / 2. Tag 9 – 16 Uhr
Kosten: 270€

Weitere Seminare finden Sie in unserem Seminarkalender.