Sucht ist Sucht – oder?
Was macht aus systemischer Sicht abhängige Strukturen und Suchtentstehung (insbesondere stoffgebundene Süchte) aus?
Wie unterscheiden sich Suchtformen und damit auch Arbeitshypothesen bei unterschiedlichen Suchtmitteln und Konsumformen?
Man trifft auch auf Süchte, die keine „stoffliche“ Abhängigkeit beinhalten, z.B. Fett- oder Magersucht, Spielsucht, Kaufsucht, usw. Allen gemeinsam ist, dass der betroffene Mensch in seiner Lebensführung immer mehr reduziert wird und dass er zu einer selbst bestimmten Lebensführung oft nicht mehr in der Lage ist. Nicht selten führt eine Sucht sogar zum Tode, sie ist ein „Selbstmord auf Raten“.
Alle Suchtkrankheiten sind äußerst resistent gegen „Heilungsversuche“ von außen. Im Gegenteil, süchtige Menschen versuchen in der Regel, ihre Umwelt in ihr Suchtverhalten mit einzubeziehen. Die Erfolgsquote von Langzeit Therapien ist immer noch erschreckend niedrig trotz verschiedener Therapiekonzepte.
Aus der Erfahrung mit Eltern mit Suchterkrankung in familiengerichtlichen Verfahren ist das Verständnis dafür gewachsen, dass Einstellen von Suchtmittelkonsum weit von Weiterentwicklung der Persönlichkeit und Wachsen gesunder Strukturen in Familien und Beziehungen jeder Art entfernt ist….
Als Betreuungsperson braucht man deshalb gute Kenntnisse über Form, Inhalt und Bedeutung des Suchtverhaltens, um Abstand und einen „klaren Kopf“ zu behalten und um damit dem süchtigen Menschen einen Weg zurück in das gesellschaftliche und persönliche Leben zu ermöglichen.
Mit unserem Seminar wollen wir Betreuungspersonen mehr „Professionalität“ für die Betreuung von Menschen mit Suchtproblemen vermitteln.
Seminarinhalte
- Persönlichkeit und Sucht
- Warum wird Suchtmittelkonsum bei Frauen gesellschaftlich anders bewertet als bei Männern und wie unterscheiden sich die Konfliktthemen, die die Sucht
Sucht und Geschlechtsrolle/Sexualität
- unterschiedliche Abhängigkeiten (Alkohol, Drogen, Medikamente)
- Ist Sucht heilbar?
- „kontrollierter Suchtmittelgebrauch“
- Sucht und „Psychose“ – das Suchtmittel als Eigenmedikation
- Behinderung und Sucht
- Betreuungsplanung bei Sucht
- Institutionelle Voraussetzungen in der Betreuung abhängiger Menschen
- Persönliche Anforderungen an den Gruppenleiter/Betreuer
- Zusammenarbeit in der Einrichtung und mit anderen Einrichtungen
Das Seminar ist praxisorientiert. Es ist erwünscht, dass die TeilnehmerInnen Material über die von ihnen betreuten Fälle einbringen.
| Referent:in: | Dr. Margaret Meyer zu Wendischhoff |
| Termine: | 10.-11.11.2026 |
| Uhrzeit: | 1. Tag 10-17 Uhr - 2. Tag 9-16 Uhr (bei allen Terminen gleich) |
| Kosten: | 280 € (ohne Unterkunft/Verpflegung) |
| Tagungsort: | Hilchenbach |
Weitere Seminare finden Sie im Seminarkalender.
