Zielsetzung und Maßnahmeplanung in der Elternarbeit
im Rahmen der Jugendhilfe


Obwohl die Elternarbeit notwendiger Bestandteil einer Jugendhilfemaßnahme ist, läuft sie oft unsystematisch und ohne begründeten Plan ab. Ein häufig anzutreffendes Problem besteht darin, dass Ziele und Maßnahmen festgelegt werden, ohne sich wirklich ein Bild von den Eltern gemacht zu haben. Als Folge davon treten Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit den Eltern auf, die zu Streit, Kontaktabbruch oder sogar zu gerichtlichen Auseinandersetzungen führen können. Darunter zu leiden haben letztendlich die Kinder. Wir gehen davon aus, dass jede Jugendhilfemaßnahme einer systematischen „doppelten Hilfeplanung“ bedarf. Das bedeutet, dass die Arbeit mit den Eltern (besser: mit jedem Elternteil) ebenso sorgfältig angelegt werden muss wie die Arbeit mit dem Kind. Dazu ist eine Einschätzung der Verhaltens und Entwicklungsmöglichkeiten der Eltern ebenso notwendig wie beim Kind. In unserem Seminar werden wir – basierend auf theoretischen Vorüberlegungen zur Persönlichkeitsentwicklung des Kindes – eine Systematik für die Elternarbeit vermitteln, mit der man konkrete Ziele festlegen kann und den zur Zielerreichung notwendigen Aufwand abschätzen kann.

Es werden u.a. die folgenden Themen behandelt:

• Warum Elternarbeit? – Die Elternarbeit im Einzelfall aus dem Entwicklungsstand desKindes begründen – Eltern als Versorgungspersonen bzw. Eltern als Identifikationspersonen
• „Elterndiagnose“ – welche Versorgungsbeziehung können Sie dem Kind anbieten – welche „Modelle“ können sie abgeben?
• Jeder Elternteil ist eine eigenständige Person – die Personen sind die Handelnden, nicht die Beziehungen
• Vorplanung und vorherige Zielsetzung für Elterngespräche
• Kurzfristiger und langfristiger Zeitaufwand in unterschiedlichen Settings (z.B. ambulante Maßnahmen, stationäre Maßnahmen, Mutter-Kind Maßnahmen)
• Die persönliche und die institutionelle Einstellung gegenüber den Eltern – Warum wir nicht „Pastor, Polizist oder Richter“ sein sollten.
• Wie man auch bei „schwierigen“ Personen eine wertschätzende Haltung bewahren kann.
• Formulierungen für den Hilfeplan und das HPG
• Zusammenarbeit zwischen Maßnahmeträger und Jugendamt

Das Seminar ist praxisorientiert. Es wendet sich an alle Personen, die in der Elternarbeit
schon Erfahrung haben oder die mit Elternarbeit beginnen wollen.